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Endlich erwachsen

„Ich wollte immer singen, aber ich kann es einfach nicht. Deswegen hab ich gerappt.“ Bass Sultan
Hengzt grinst, während er seinen musikalischen Werdegang rekapituliert. Und trotzdem weiß man:
Er meint es völlig ernst mit der Musik. Und nach diversen Höhen, Tiefen und einer vermeintlichen.

Auszeit vom Rapper-Dasein, ist Bass Sultan Hengzt nun „Endlich erwachsen“. Wirklich? Hengzt
grinst wieder. Und sein charakteristisches Augenzwinkern verrät, dass man den Titel seines neuen
Albums nicht unbedingt wörtlich nehmen sollte.

Auch wenn das manch Außenstehendem nun so vorkommen mag: Ein Comeback stellt „Endlich
erwachsen“ beileibe nicht dar. Zwar hat er sich in den letzten Jahren verstärkt um seine Familie
gekümmert und seine letzte Albumveröffentlichung „Zahltag“ ist bereits gute vier Jahre her,
untätig war Hengzt in der ganzen Zeit aber nicht. Davon zeugen nicht nur seine Features bei so
hochkarätigen Kollegen wie Sido und seine nach wie beeindruckende Fanbase. Nur: Was soll ein
Künstler denn tun, wenn nahezu seine komplette Diskografie auf dem Index gelandet ist? Andere
gehen zwischen ihren Alben auf Tour, Hengzt hingegen hatte dank der Bundesprüfstelle für
jugendgefährdende Medien schlicht und ergreifend kein Material, dass er live auf die Bühne hätte
bringen dürfen. „Auf den Index hab ich jetzt wirklich keinen Bock mehr. Ich will live spielen, ich
will auf Tour.“ Also werkelte er im Studio und feilte an seinem zukünftigen Output.

„Natürlich hätte ich auch alle paar Monate ein Album rausbringen können, wie das andere Künstler
machen. Aber da passiert dann nichts, die einzige Message ist: Yo, Alter. Ich habe mich jedoch
immer als Musiker gesehen. Auch wenn ich früher bestimmte Dinge noch nicht so umsetzen
konnte, wie ich mir das vorstellte – jetzt kann ich es und mach meine Musik genau so, wie ICH das
will. Und ich wollte ein richtiges Album machen, ein musikalisches Album, wo auch in jedem Song
drei, vier Monate Arbeit drinstecken.“ Gemeinsam mit seinem Hausproduzenten Serk und dem
Multitalent Robert Philip, der bereits einige notorische Hits auf dem Kerbholz hat, setzte Hengzt
seine musikalische Vision endlich angemessen um. Und die besteht eben nicht nur aus Bumm,
Tschack und Beleidigungen oben drauf, sondern umfasst sehr viel mehr: „Wir haben richtige Songs
gemacht. Robert hat diverse Instrumente eingespielt, wir haben zum Beispiel mit Live-Bläsern
experimentiert – ich hab die letzten paar Jahre durchgehend produziert und gemacht.“
Diese konstante Arbeit hört man auch auf „Endlich erwachsen“: Bass Sultan Hengzt hat es
geschafft, seine so ruppige wie sympathische Berliner Schnauze in eingängige Songs zu kleiden, die
mit dem handelsüblichen Straßenrap seiner Kollegen nichts mehr gemein haben. Keine künstlich
übertriebenen Ansagen, aber eben auch keine vorgetäuschte Nachdenklichkeit – auf „Endlich
erwachsen“ ist Hengzt vor allem eines: er selbst. Und wer den Südberliner kennt, der weiß auch um
dessen Facettenreichtum: Hengzt ist nicht auf den Mund gefallen und ist durchaus hin und wieder
für eine beherzte Beleidigung gut. Aber genauso kann er auch nachvollziehbar Gefühle artikulieren,
ohne dass es peinlich werden oder die Tränendrüse überstrapaziert würde. Und zusammengehalten
werden all seine Facetten durch Hengzts ureigenen, unglaublich sympathischen Humor, der
auf „Endlich erwachsen“ an allen Ecken und Enden aufblitzt.

„Musik ist mir immer noch das Wichtigste“, das betont Bass Sultan Hengzt immer wieder. Und hört
man „Endlich erwachsen“, dann spürt man: Das meint er wirklich verdammt ernst. Augenzwinkern
hin oder her.


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